Wikileaks und Transparenz

Wikileaks hat es geschafft, was nur wenigen Journalisten in den letzten hundert Jahren gelungen ist. Es konnte der Welt eine Großmacht vorführen und offen legen, mit welchen fragwürdigen Mittel sie arbeitet, um Informationen einzuholen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Weltmacht Amerika scheint machtlos, wird ein Server gesperrt, so kommen mehrere Mirrors. Auch, wenn einige die Informationsbeschaffung von Wikileaks verwerfen, bleibt ein Konsens: Viele Menschen sind darüber empört, wie sich die USA und andere Staaten gegeneinander bekämpfen. Wie nützlich sind diese Enthüllungen jedoch für alle Menschen? Kritiker der Veröffentlichung sagen, die Wikileaks-Enthüllungen führten zu mehr Unfrieden als das sie etwas verbessern und spielten den Terroristen damit in die Hände. Dagegen wenden andere ein, dass Terroristen bereits selbstständig Informationen recherchieren können und Angriffsziele wählen, die ihren Ideologien entsprechen. Die Wikileas-Enthüllungen haben aber Dinge aus der Weltpolitik offengelegt, von denen manche vorher nur spekuliert haben, dass diese so geschehen.
Wie Heinz Wittenbrink in seinem Blog ausführt, birgt Geheimhaltung ein weit größeres Risiko als das Lüften von Geheimnissen.

Transparenz von Wikileaks

Wikileaks hat einen Teil der Weltpolitik transparenter gemacht, aber wie transparent arbeitet Wikileaks und sein Begründer Julian Assange selbst? Wikileaks hat weltweit führenden und so genannten Qualitätszeitungen das Material mit den Depeschen der US-Botschafter zur Verfügung gestellt. In Deutschland ist das DER SPIEGEL. Diese Zeitungen haben die Aufgabe, das Material zu lesen und zu bewerten. Jede Zeitung kann also das Material anders bewerten und eine eigene Sichtweise in die Weltöffentlichkeit hochspielen. Damit zeigt Wikileaks, dass es ihm nicht darum geht, ein Monopol der Enthüllungen von geheimen Dokumenten aufzubauen. Die Organisation ist an einem wirklichen Austausch interessiert.